Ein Tierschutzhund zieht ein.

Ein Hund aus dem Tierschutz zieht ein – und damit beginnt für ihn ein völlig neues Leben.

Viele unserer Schützlinge aus Rumänien bringen ihre ganz eigene Geschichte mit. Manche sind offen und neugierig, andere vorsichtig und zurückhaltend. Manche fassen schnell Vertrauen, andere brauchen etwas länger. Doch alle haben eines gemeinsam: Sie brauchen Zeit, Geduld und Menschen, die ihnen Sicherheit schenken.

Die ersten Tage und Wochen sind oft aufregend und werfen viele Fragen auf. Warum möchte mein Hund nicht durch Türen gehen? Warum frisst er kaum? Warum hat er Angst vor bestimmten Situationen?

In dieser FAQ-Sammlung haben wir die häufigsten Fragen zusammengestellt und beantwortet. Viele Verhaltensweisen, die zunächst ungewöhnlich erscheinen, sind bei Tierschutzhunden völlig normal und Teil ihres Ankommens im neuen Zuhause.

Bitte denken Sie immer daran: Jeder Hund lernt in seinem eigenen Tempo. Mit Verständnis, Ruhe und liebevoller Konsequenz wird aus einem fremden Hund Schritt für Schritt ein Familienmitglied.

Und wenn Sie einmal nicht weiterwissen, sind wir natürlich für Sie da.

Häufig gestellte Fragen

Das Wichtigste für Ihren Hund ist zunächst: Ruhe und Sicherheit.

Für viele unserer Schützlinge ist alles neu – das Leben im Haus, Alltagsgeräusche, Menschen, Gerüche und feste Abläufe. Geben Sie Ihrem Hund deshalb Zeit, in seinem eigenen Tempo anzukommen.

Vermeiden Sie in den ersten Tagen möglichst viele Besucher, Ausflüge oder lange Spaziergänge. Feste Routinen, klare Regeln und ausreichend Ruhe helfen Ihrem Hund dabei, Vertrauen zu fassen und sich in seinem neuen Zuhause sicher zu fühlen.

Bitte achten Sie außerdem besonders auf die Sicherung Ihres Hundes. Tierschutzhunde sollten in den ersten Wochen immer doppelt gesichert werden.

Ein Video dazu finden Sie hier.

Ausführliche Informationen und viele praktische Tipps für die Eingewöhnungszeit finden Sie in unserer Eingewöhnungsbroschüre.

Viele unserer Hunde kennen Treppen nicht. Deshalb reagieren sie zunächst unsicher. Geben Sie Ihrem Hund etwas Zeit, sich daran zu gewöhnen. Oft helfen Leckerlis auf den Stufen oder ein positives Vorbild durch einen anderen Hund.

Kleine Hunde können in den ersten Tagen bei Bedarf getragen werden. Welpen sollten im ersten Lebensjahr grundsätzlich möglichst wenig Treppen steigen, um ihre Gelenke zu schonen.

Mit Geduld und positiver Bestärkung lernen nahezu alle Hunde, Treppen sicher zu nutzen.

Viele unserer Hunde haben ihr bisheriges Leben überwiegend im Freien verbracht und kennen Wohnungen, Häuser oder geschlossene Räume nicht. Türen, Flure oder unbekannte Bodenbeläge können deshalb zunächst verunsichernd wirken.

Geben Sie Ihrem Hund Zeit und drängen Sie ihn nicht. Mit Ruhe, Geduld und positiven Erfahrungen wird er Schritt für Schritt lernen, dass sein neues Zuhause ein sicherer Ort ist.

In den ersten Tagen nach der Ankunft ist vermehrtes Kratzen nicht ungewöhnlich. Die Umstellung auf ein anderes Klima, trockene Heizungsluft, neue Umgebung oder das ungewohnte Geschirr können die Ursache sein.

Sollte das Kratzen jedoch sehr stark sein, kahle Stellen entstehen oder Sie Parasiten vermuten, wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt oder kontaktieren Sie uns.

Ja, besonders in den ersten Tagen kann vermehrtes Hecheln ganz normal sein. Die Hunde müssen sich an neue Temperaturen, das Leben im Haus und viele neue Eindrücke gewöhnen. Auch Stress und Aufregung können zu verstärktem Hecheln führen.

In der Regel legt sich dies nach einigen Tagen. Sollte Ihr Hund jedoch dauerhaft stark hecheln oder weitere Auffälligkeiten zeigen, lassen Sie ihn bitte tierärztlich untersuchen.

Viele Hunde kennen glatte Böden nicht und empfinden sie als rutschig oder beängstigend. Das ist völlig normal.

Sie können Ihrem Hund den Einstieg erleichtern, indem Sie Decken, Handtücher oder Teppiche auslegen. Mit etwas Zeit und Übung gewinnen die meisten Hunde schnell an Sicherheit.

Stress und Aufregung können dazu führen, dass Hunde in den ersten Tagen weniger fressen oder trinken. Andere Hunde holen nach der Ankunft erst einmal Versäumtes nach und fressen oder trinken deutlich mehr als gewohnt.

Stellen Sie Ihrem Hund jederzeit frisches Wasser zur Verfügung und geben Sie ihm Zeit, sich einzuleben. 

Das ist von Hund zu Hund unterschiedlich. Manche Hunde sind bereits nach wenigen Tagen stubenrein, andere benötigen mehrere Wochen.

Gehen Sie besonders in der Anfangszeit regelmäßig – etwa alle zwei bis drei Stunden – mit Ihrem Hund nach draußen und möglichst immer an dieselbe Stelle. Wenn er sich dort löst, loben Sie ihn ruhig und freundlich.

Passiert ein Missgeschick in der Wohnung, wischen Sie es kommentarlos weg. Bitte bestrafen oder schimpfen Sie nicht – Ihr Hund muss erst lernen, was von ihm erwartet wird.

Ja, viele Hunde halten aufgrund von Stress oder Unsicherheit zunächst ungewöhnlich lange ein. Auch beim Kotabsatz kann es in den ersten Tagen zu Verzögerungen oder vorübergehend zu Durchfall kommen.

Beobachten Sie Ihren Hund aufmerksam. Sollte er sich nach mehreren Tagen weiterhin gar nicht lösen oder Schmerzen zeigen, suchen Sie bitte einen Tierarzt auf.

Viele unserer Hunde haben in ihrem bisherigen Leben nur sehr wenig oder gar keinen Kontakt zu Männern gehabt. In unserem Tierheim arbeiten überwiegend Frauen, weshalb männliche Stimmen, Bewegungen, Gerüche und das gesamte Auftreten für manche Hunde zunächst ungewohnt sein können.

Hinzu kommt, dass einige Hunde in ihrer Vergangenheit möglicherweise schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht haben. Deshalb reagieren sie manchmal vorsichtig, unsicher oder ängstlich.

Wichtig ist, dem Hund Zeit zu geben und ihn zu nichts zu drängen. Männer sollten den Hund zunächst nicht bedrängen, sondern ihm die Möglichkeit geben, selbst Kontakt aufzunehmen. Mit Geduld, positiven Erfahrungen und einem respektvollen Umgang lernen die meisten Hunde schnell, Vertrauen zu fassen.

Bitte erwarten Sie nicht, dass Ihr Hund sofort perfekt funktioniert.

Viele unserer Hunde haben eine schwierige Vergangenheit hinter sich und müssen sich erst an ihr neues Leben gewöhnen.

Jeder Hund ist ein Individuum. Manche fassen schnell Vertrauen, andere benötigen Wochen oder sogar Monate, um vollständig anzukommen.

Geduld, Verständnis und Empathie sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen gelungenen Start. Sollten Probleme auftreten oder Fragen offenbleiben, melden Sie sich bitte bei uns. Gemeinsam finden wir eine Lösung.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir alle ehrenamtlich tätig sind und nicht rund um die Uhr erreichbar sein können. Wir unterstützen Sie jedoch so schnell wie möglich.